Extrasystolen – Wenn das Herz stolpert: harmlos oder behandlungsbedürftig?

„Frau Doktor, mein Herz setzt manchmal aus.“
Diese Sorge höre ich sehr häufig in der Sprechstunde. Gemeint sind meist sogenannte Extrasystolen. Das sind zusätzliche Herzschläge, die sich wie Stolpern, Klopfen oder ein kurzes Aussetzen anfühlen.

Die gute Nachricht: Extrasystolen sind in den meisten Fällen harmlos.
Wichtig ist jedoch, sie richtig einzuordnen und zu wissen, wann eine Abklärung sinnvoll ist.

Was sind Extrasystolen?

Extrasystolen sind vorzeitige Herzschläge, die zusätzlich zum normalen Herzrhythmus auftreten und häufig kein Zeichen einer Herzerkrankung sind.

Wie häufig sind Extrasystolen?

Extrasystolen sind sehr verbreitet:

  • Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens Extrasystolen
  • Viele bemerken sie gar nicht
  • Sie treten auch bei vollkommen herzgesunden Personen auf


Gerade bei Stress, Schlafmangel oder Infekten nehmen sie oft vorübergehend zu.

Wie fühlen sich Extrasystolen an?

Die Wahrnehmung ist bei jedem Menschen bisschen anders. Typische Beschreibungen sind:

  • Herzstolpern oder Herzklopfen
  • kurzes „Aussetzen“ des Herzschlags
  • Beklemmungsgefühl
  • gelegentlich Schwindel oder Unruhe


Für Betroffene ist die Sorge vor einer ernsten Herzerkrankung belastender als die Extrasystolen selbst.

Häufige Ursachen von Extrasystolen

Extrasystolen können verschiedene Auslöser haben:

Herzbezogene Ursachen

  • koronare Herzkrankheit
  • strukturelle Herzerkrankungen
  • Herzmuskelentzündungen


Nicht-herzbezogene Ursachen

  • Stress und psychische Belastung
  • Elektrolytstörungen (z. B. Kalium)
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Eisenmangel
  • Infekte
  • bestimmte Medikamente

Typische Trigger im Alltag

Viele Betroffene berichten über eine Zunahme bei:

  • Koffein
  • Nikotin
  • Alkohol
  • emotionalem Stress
  • Schlafmangel


Das Erkennen individueller Trigger ist oft ein wichtiger erster Schritt.

Warum Pausen nach Infekten so wichtig sind

Extrasystolen nach viralen Infekten sind oft ein Zeichen dafür, dass der Körper und insbesondere das Herz noch Erholung braucht.

 

Deshalb gilt:

  • Bei neu auftretendem Herzstolpern nach Infekten sollte Sport pausiert werden
  • Das Herz braucht Zeit, um sich vollständig zu regenerieren
  • Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, bevor wieder trainiert wird


In den meisten Fällen verschwinden die Extrasystolen nach ausreichender Schonung wieder vollständig.

Wie werden Extrasystolen diagnostiziert?

Zur Abklärung eignen sich je nach Situation:

  • Ruhe-EKG
  • Langzeit-EKG
  • Belastungs-EKG
  • Herzultraschall
  • gezielte Laboruntersuchungen (Schilddrüse, Elektrolyte)


Smartwatch-EKGs können auch Extrasystolen aufzeigen, die allerdings ärztlich verfiziert werden müssen.

Wann sind Extrasystolen harmlos?

Extrasystolen gelten meist als unbedenklich, wenn:

  • keine bekannte Herzerkrankung vorliegt
  • sie nur gelegentlich auftreten
  • sie in Ruhe oder nach Stressreduktion verschwinden
  • keine zusätzlichen Warnsymptome bestehen

Wann sollte man Extrasystolen abklären lassen?

Eine kardiologische Abklärung ist sinnvoll bei:

  • bekannter Herzerkrankung
  • zunehmender Häufigkeit
  • Beschwerden wie Schwindel, Luftnot oder Brustschmerzen
  • Auftreten unter Belastung
  • Ohnmacht oder ausgeprägter Leistungsminderung

Müssen Extrasystolen behandelt werden?

Nicht jede Extrasystole benötigt eine Therapie.

  • Bei harmlosen Extrasystolen reicht oft Aufklärung und Beruhigung
  • Wichtig ist die Behandlung möglicher Ursachen
  • Bei hohem Leidensdruck oder relevanten Befunden kann eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein


Die Entscheidung erfolgt immer individuell.

Was Betroffene selbst tun können

Ein herzgesunder Lebensstil kann Extrasystolen positiv beeinflussen:

  • regelmäßige Bewegung
  • ausreichend Schlaf
  • Stressreduktion
  • ausgewogene Ernährung
  • Verzicht auf Nikotin

Fazit

Extrasystolen fühlen sich oft beunruhigend an, sind aber in den meisten Fällen harmlos. Entscheidend ist die richtige Einordnung und eine gezielte Abklärung bei Warnzeichen.

Aufklärung nimmt Angst und ist oft der wichtigste Teil der Behandlung.

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